Archiv für den Monat: August 2014

Den würde ich meinen Eltern vorstellen: 2010 Binet y Jacques Faugeres Reserve

2010 Binet y Jacquet Reserve

Oh man, Sonntagabend nach einem durchzechten Wochenende. Der Plan schien so einfachen: einen unkomplizierten Wein probieren, der uns einfach nur Freude bereitet. Vergleichbar mit einer kurzen Affäre. Einen entspannten Abend zu zweit, aber gefrühstückt wird alleine. Alles ohne Verpflichtungen und Regeln. Diese kurzweilige Freude sollte uns folgender Wein bringen: 2010 Binet y Jacques Reserve – aus der AOC Faugeres, gelegen im Herzen des Languedoc. Auf dem Papier ein klassischer südfranzösischer Rotwein-Cuvée aus 40% Grenache, 30% Syrah, 20% Carignan und 10% Mourvèdre. Zum Teil von über 100 Jahre alte Reben. So wie sich das für die Region eben gehört.

Ohne große Umwege wird der Wein geöffnet. Dicht, undurchschaubar und von strahlendem Glanze „liegt“ der Wein nun in unserem Glas – und verdammt, er ist mehr als nur sexy. Den würde ich meinen Eltern vorstellen: 2010 Binet y Jacques Faugeres Reserve weiterlesen

Die Geburtsstunde der Rebolution

Rebolution

Wie die Idee der Rebolution entstand. Erzählt von Giancarlo Biscardi

Situation: Männer-Abend im Gianoli.
Anwesende: Nico Medenbach und Giancarlo Biscardi
Grund des Ereignisses: Guten Wein trinken, reden, klugscheißen.

Wie könnte man eine Spontan-Degustation besser beginnen als mit Nicos „Wein des Jahres“ 2013, dem 2009er Domain Gourt de Mautens aus dem Rasteau, einer AOC der südlichen Rhône. Zuerst blieb dieser Wein etwas verschlossen und wirkte „unrund“, doch – um es vorweg zu nehmen – es lohnt sich zu warten. Man könnte fast sagen, dass die Oxidation in diesem Fall wahre Wunder bewirkte. Der erste, verschlossene Eindruck verschwand nach und nach und der Wein wurde größer und größer, öffnete sich und gab immer mehr preis. Schlichtweg ein Ausnahme-Wein. Doch um sich nicht ganz der Weinphilosophie hinzugeben, dient die detaillierte Beschreibungen unter drunkenmonday.de als Wegbegleiter um diesen fantastischen Wein in seiner ganzen Fülle und Größe zu erkunden.

Spontan-Degustation war also das Motto. Wir gerieten – wie soll es anders auch sein – ziemlich schnell ins Wein-Philosophieren, Wein-Diskutieren und Wein-Debattieren. Dabei konnten wir uns herrlich über die Macht der großen und einflussreichen Weinkritiker und die Entwicklung derer angepriesene Top-Weine dieser Welt aufregen, dass wir spontan das „Spontan“ an diesem Abend weg ließen. Aufhänger unserer Weindebatte war die scheinbar willkürliche, auf sich ähnelnde Stilistik basierende Vergabe von 95 und mehr Punkten. Die Geburtsstunde der Rebolution weiterlesen

Fast versaut: Champagner Louis Nicaise Rosé Brut

Farbe weg weil leer: Champagner Louis Nicaise Rose Brut

Folgende Situation: Man lädt seine über alles verehrte Herzensdame in ein romantisches Restaurant ein. Ziel der Mission: Heiratsantrag. Alles läuft glatt. Nach dem Dessert wird die entscheidende Frage mit „Ja“ beantwortet. Volltreffer! Jetzt kann ja nichts mehr schief gehen. Die rechte Hand wird gehoben und es fällt der verhängnisvolle Satz: Das muss gefeiert werden – CHAMPAGNER! Ohne in die Karte zu schauen wird nach der ansässigen Feier- und Gute Laune Brause gerufen. Der Gastwirt greift nach der Standardware. Moet, Verve Clicquot oder Heidsieck & Co – was gerade seit ewig und drei Tagen auf seinen großen Auftritt wartet. Mit einem Lächeln im Gesicht schenkt die Bedienung ein. Die Gläser klirren, die Augen strahlen, die Brause wird genussvoll konsumiert. Doch dann folgt die Ernüchterung. So soll Champagner schmecken? Wo ist sie hin, die Feinheit des gelobten Produktes? Hierfür darf ich jetzt 90€ bezahlen? Und ehe man sich versieht wird aus dem Genusstrinken ein Funktionstrinken, weil man sich unter dem 90€ Schampus etwas gänzlich anderes vorgestellt hatte…

Wir lehnen uns mal weit aus dem Fenster und behaupten: Fast versaut: Champagner Louis Nicaise Rosé Brut weiterlesen