Wein essen! 2011 Mas des Chimeres „Caminarem“ / Terrazzes du Larzac

2011 Mas des Chimeres Caminarem

Jeder mag sie, jeder liebt sie: Früchte im Wein. Cabernet Sauvignon riecht und schmeckt je nach Region und Ausbauart nach Brombeere und schwarzer Johannisbeere, Sangiovese aus der Toskana nach Kirschen und der Riesling trocken nach Apfel, Ananas oder Pfirsich. Lecker. Doch was wenn ein Wein nach „Essen“, sprich nach einer ganzen gekochten oder zubereiteten Mahlzeit oder zumindest Teilen davon riecht und schmeckt? Gibt’s nicht? Doch klar, gibt es! Gefunden haben wir so einen Kandidat im Süden Frankreichs, genauer gesagt in der AOC Terrazzes du Larzac, einen noch relativ unbekannten Teil des Languedoc: Der 2011 Mas des Chimeres „Caminarem“.

Premium fürs Volk.

Mas des Chimeres bzw. Eigentümer Guilhem Dardé macht Wein für das Volk. Egal ob der trinkende Mob in Deutschland sitzt oder direkt vor den Toren des Weingutes im Örtchen Octon verweilt, sein guter Wein (und er macht mit den besten in dieser Region) soll bezahlbar und auch für den ländlichen Pöbel erschwinglich sein. Dabei soll sein Idealbild des authentischen, greifbaren und ehrlichen Weines aus der Region Terrazzes du Larzac nicht nur der weltweiten Weinentdeckergesellschaft vorbehalten sein. Spitzenwein für das ländliche Volk – wenn das mal kein sympathischer Ansatz ist.

Der 2011 Mas des Chimeres „Caminarem“ besteht jeweils zu 20% aus Cinsault, Syrah, Grenache, Mourvèdre und Carignan. Das Bio Zertifizierte Weingut konnte in den letzten Jahren einige Weinberge in der Region Terrazzes du Larzac mit unbehandelten und bis zu 90 Jahre alten Carignan Reben dazu kaufen. Die Trauben von diesen uralten Reben geben mitunter das strukturelle Rückgrat für diesen Wein. Der Ausbau geschieht für 12 Monate in alten 400-600 Liter Fässern. Kein neues Holz, keine Reinzuchthefen und kein technischer Schnickschnack stören hier den Ausdruck und Einfluss des „Terroirs“, d.h. der Rebe, der Landschaft, der Witterung und der Handschrift des Winzers.

Eigentlich viel zu günstig.

Der 2011er Caminarem braucht derzeit noch etwa 30-60 Minuten Luft im Dekanter im sich voll zu entfalten. Gibt man ihm die Zeit, strömt einem eine gedeckte Südfranzösische Festplatte an Aromen entgegen. Braten in Rosmarin Jus, schwarze Oliven Tapenade, ledrige und fleischige Noten, etwas Lavendel und wer mag auch die ein oder andere dunkle Waldbeere. Eine irre und zugleich appetitanregende Nase. Der Wein schreit förmlich danach, als Essenbegleiter in die Rolle des großen Verführers schlüpfen zu dürfen. Am Gaumen gibt es dazu sehr feinporiges Tannin, eine wunderbare Dichte und Kraft, ohne fett oder eingekocht zu wirken. Alles wirkt geschliffen und perfekt aufeinander abgestimmt. Für den aufgerufenen Preis von 13,80€ gibt es hier unglaublich hohe Qualität. Ja, dieser Wein ist eigentlich zu günstig – aber wer hätte bei dem Understatement von Besitzer Guilhem Dardé etwas anderes erwartet?

2011 Mas des Chimeres Caminarem

Rebolutions Bewertung 2011 Mas des Chimeres „Caminarem“:

Sexappeal: 3/3 – Hunger! Dieser Wein ruft, riecht und fordert Essen wie kaum ein Zweiter. Doch gleichzeitig kann man ihn auch ohne Fleisch zwischen den Zähnen über den Abend betrachtet genussvoll verschlingen. Wenn das mal nicht sexy ist…

Authentizität: 3/3 – Klare Höchstnote. Ökologischer Anbau, schmeckbar Südfrankreich, uralte Reben, alte Fässer, authentischer und idealistischer Mann an der Spitze. Die Quintessenz der Terrazzes du Larzac fürs Volk. Genau so etwas suchen wir!

Nachhaltigkeit: 3/3 – Ebenfalls volle Punktzahl. Hier wird nicht nur nachhaltig mit der Natur umgegangen, sondern auch das Bild des bezahlbaren und authentischen Wein der Region Terrazzes du Larzac in den Köpfen der Konsumenten eingebrannt. Egal wer hier Punkte vom Berg jubelt, der Wein steht für die Region und bleibt Spiegelbild von Land und Leute. Großartig schmecken tut er dazu auch noch. Was will man mehr?

BÄM: Hat er nicht nötig.

9/10 Rebolutions Fäuste.

Bezugsquelle: Für viel zu günstige 13,80€ gibt es den 2011er Mas des Chimeres „Caminarem“ bei ViniSüd.

Extra-Tipp: Wer es etwas leichter und mehr „fresh and funky“ haben möchte, versucht den ebenbürtigen 2012er Mas des Chimeres „Nuit Grave“ aus primär Syrah für 12,50€ – ebenfalls bei ViniSüd.

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