Archiv der Kategorie: Stories

Marco Parusso in: Der Million Euro Hektar Schaumwein

Oder: Wie ein Barolo durch eine Verknüpfung von Zufällen ein außergewöhnlicher Schaumwein wurde. Parusso Metodo classico

Parusso Metodo Classico Nebbiolo Brut

Marco Parusso? Nie gehört? Vielleicht einer der größten vinophilen Spinner im italienischen Winzer-Business überhaupt. Das mal so vorne weg als Einleitung. Für ihn ist das womöglich ein Riesenkompliment. Doch alles der Reihe nach.

Es war einmal eine zufällige Begegnung. Diese war schuld daran, dass Marco Parusso überhaupt Winzer wurde. Denn Ende der 70er lag der Piemont brach. Die lokale Weinwelt bestand fast nur aus großen Abfüllern oder anderen abhängigen Weinbauern, welche man regelrecht am langen Arm verhungern ließ.

Armando Parusso (Marcos Papa) wollte wie jeder Vater für seine Kinder nur das Beste. Alles, nur keiner dieser abhängigen Landwirte sollten sie einmal werden. Bei Marcos älteren Geschwistern setzte sich der väterliche Wunsch gänzlich durch. Doch Marco studierte dennoch Önologie. Das Studium alleine brachte ihn aber nicht weiter. Die Gefahr lag nahe, wieder in den Abhängigkeitsstrudel der Abfüller zu geraten. Also suchte er nach einer Alternative zum Weinbau. Marco Parusso in: Der Million Euro Hektar Schaumwein weiterlesen

Fränkische Affäre: 2014 Zehnthof Luckert Blauer Silvaner

Fränkische Affaire: 2014 Luckert Blauer Silvaner

Giancarlo Biscardi in „Meine Fränkische Affäre“

Geschrieben aus der emotionalen Sicht von Giancarlo Biscardi / Überarbeitet von Nico Medenbach.

Montagabend. Es ist dunkel und nasskalt. Der Herbst kommt in großen Schritten auf uns zu. Es gelüstet mich langsam aber sicher nach den vollmundigen und schmeichelnden Rotweinen, welche sich Druckvoll an meinen Gaumen schmiegen und einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Gattung von Wein, die sich wie ein Abenteuer in unserem Hirn festbrennen und auch noch Jahre später uns ein Schmunzeln in das Gesicht zaubern. Genau so etwas brauche ich – jetzt! Da trifft es sich gut, das ich auf den Weg zu Nico bin. Ja, mein Freund Nico, die andere Hälfte des Rebolution Teams. Der weiß (fast) immer was ich brauche. Nur zum deutschen Rotwein hat er mich noch nicht bekommen.

Warum schweife ich in der Einleitung so aus? Ganz einfach. Es gibt bei Nico keinen Rotwein. Nicht mal einen deutschen. Stattdessen schenkt er mir eine „Fränkische Blondine“ ein und verschwindet für 45 Minuten für eine Telefonkonferenz mit den USA. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Meine Vorurteile schweifen ins Bodenlose ab. Ich werde unfair. Was hat er mir da denn bloß in das Glas geschüttet? Weingut Zehnthof Luckert. Schön, und weiter? Dann dieser Name. „Blauer Silvaner“, hab ich noch nie gehört. Was soll‘s. Ich habe ja keine Wahl. Ich widme mich der unbekannten Blondine aus dem fränkischen Sulzfeld am Main und hoffe darauf, dass Nico in der Küche noch irgendwas Sinnliches im Dekanter vor mir verheimlicht. Fränkische Affäre: 2014 Zehnthof Luckert Blauer Silvaner weiterlesen

Die Geburtsstunde der Rebolution

Rebolution

Wie die Idee der Rebolution entstand. Erzählt von Giancarlo Biscardi

Situation: Männer-Abend im Gianoli.
Anwesende: Nico Medenbach und Giancarlo Biscardi
Grund des Ereignisses: Guten Wein trinken, reden, klugscheißen.

Wie könnte man eine Spontan-Degustation besser beginnen als mit Nicos „Wein des Jahres“ 2013, dem 2009er Domain Gourt de Mautens aus dem Rasteau, einer AOC der südlichen Rhône. Zuerst blieb dieser Wein etwas verschlossen und wirkte „unrund“, doch – um es vorweg zu nehmen – es lohnt sich zu warten. Man könnte fast sagen, dass die Oxidation in diesem Fall wahre Wunder bewirkte. Der erste, verschlossene Eindruck verschwand nach und nach und der Wein wurde größer und größer, öffnete sich und gab immer mehr preis. Schlichtweg ein Ausnahme-Wein. Doch um sich nicht ganz der Weinphilosophie hinzugeben, dient die detaillierte Beschreibungen unter drunkenmonday.de als Wegbegleiter um diesen fantastischen Wein in seiner ganzen Fülle und Größe zu erkunden.

Spontan-Degustation war also das Motto. Wir gerieten – wie soll es anders auch sein – ziemlich schnell ins Wein-Philosophieren, Wein-Diskutieren und Wein-Debattieren. Dabei konnten wir uns herrlich über die Macht der großen und einflussreichen Weinkritiker und die Entwicklung derer angepriesene Top-Weine dieser Welt aufregen, dass wir spontan das „Spontan“ an diesem Abend weg ließen. Aufhänger unserer Weindebatte war die scheinbar willkürliche, auf sich ähnelnde Stilistik basierende Vergabe von 95 und mehr Punkten. Die Geburtsstunde der Rebolution weiterlesen